Rund drei Jahre nachdem kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (ksg) mit dem Erweiterungsbau der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln beauftragt wurden, konnte am 30. August das Richtfest gefeiert werden. Das Besondere ist die unmittelbare Nähe zum eingeschossigen, denkmalgeschützten Riphahn-Gebäude. Die im Wettbewerb noch als „architektonische Ausformung zwischen Alt und Neu“ bezeichnete Fuge konnten die Besucher nun vor Ort als luftige Durchblickzone erleben. „Die Gestaltung der Fuge zwischen Alt- und Neubau ist von großer räumlicher Bedeutung. Es entsteht ein offener Bereich entlang des Altbaus, der nur von gläsernen Verbindungen unterbrochen ist“, so Entwurfsverfasser Johannes Kister. Diese Transparenz ist auch dem Bau-dezernenten der Universität zu Köln, Markus Greitemann, ein großes Anliegen: „Wir wollen die Universität öffnen, wollen sichtbar zur Stadt sein.“ So bleiben in der Erdgeschosszone die Durchblicke auf den Altbau bestehen; verglaste Loggien dienen den Studierenden als Pausenflächen vor den Seminarräumen.

Die Rhythmisierung der neuen Fassade nimmt Bezug auf den Altbau von Riphahn sowie dessen Typologie der Addition. Die Materialität ist zweigeteilt. Im Erdgeschoss eine Verkleidung aus Betonfertigteilen, die sowohl robust ist als auch die konstruktive Aufständerung materialmäßig begleitet und homogen erscheinen lässt. Die aufgehenden Geschosse werden als Referenz dem Altbau gegenüber mit bräunlich-lehmfarbenen Ziegel verkleidet. „Durch die ruhige vertikale Struktur wirkt das Gebäude so selbstverständlich wie möglich, es steht in Bezug zu dem Riphahn-Bau und will durch Reduktion und Bescheidenheit den Bestand nicht übertrumpfen“, so Kister.

Bisher sind die einzelnen Institute der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät über den ganzen Campus verteilt. Wenn im Frühjahr 2018 das Gebäude fertiggestellt ist, werden hier an einem Standort auf rund 3400 m² Nutzungsfläche alle Studierenden und Mitarbeiter gemeinsam arbeiten. Es entsteht eine zentrale Anlaufstelle, ein - laut Kister - „Begegnungsraum für Studenten“. Denn es dürfe nicht vergessen werden, dass „Architektur machen“ immer das Zusammenführen von Menschen zum Ziel hätte. 

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