Das neue Lehrzentrum Maschinenbau (LZM) der Technischen Universität Darmstadt ist ein dreigeschossiges Gebäude mit 2.750 Quadratmetern Nutzfläche. Es beinhaltet vier Computer-Pool-Räume für 320 Studierende sowie Maschinenhallen für rund 20 unterschiedliche Prüfstände der Fachbereiche Strukturdynamik, Mechantronische Systeme, Datenverarbeitung in der Konstruktion sowie Produktentwicklung und Maschinenelemente. Konzipiert und realisiert wurde der massive Stahlbetonbau von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner.

Entwurfsverfasserin Prof. Susanne Gross erläutert den Entwurf: „Die mittig gelegene, 52,5 Meter lange und neun Meter hohe Halle wird als Raumkörper aufgefasst, der aus zwei Lichtquellen kontinuierlich ein Maximum an Tageslicht einfängt. Die zwei Lichtquellen verlaufen über die ganze Länge parallel zu einander und verstärken sich gegenseitig: ein Oberlichtband fängt entlang einer Raumkante zenithales Licht ein und wird verstärkt durch ein gegenüberliegendes, hoch gelegenes Fensterband nach Norden. Eine Deckenaufkantung schaufelt auf dieser Seite durch eine Reflexion von außen zusätzlich Tageslicht ein. Es entsteht eine annähernd schattenlose Ausleuchtung des Raumes im Verlauf eines Tages. Die massiven Betonträger sind an den Schnittstellen mit der Außenwand mittels Vouten verjüngt und lagern nicht auf der Wand, sondern sind hängend mit ihr verbunden. Unterhalb dieser Schnittstelle zwischen Decke und Wand läuft über die ganze Länge eine Kranbahn auf Kranbahnträgern und Stahlbetonkonsolen. Die Halle ist in ihrer Kontur nicht symmetrisch und ihre Träger wirken trotz der massiven Konstruktion schwebend. So entsteht in dem großen Hallenvolumen ein Spiel zwischen baulicher Masse, Leichtigkeit und Beweglichkeit seiner baulichen Elemente.“

Die Grundlage des gesamten Entwurfes ist ein 1,25 m Raster, welches eine möglichst hohe Flexibilität sowohl im Hallen-, als auch im Seminar- und Bürobereich darstellt. Die Halle ist modular, nach Funktion frei unterteilbar und wird dezentral über einen Versorgungsring mit den erforderlichen technischen Medien versorgt. Das Institutsgebäude fügt sich inhaltlich wie formal in die vorhandene Struktur der denkmalgeschützten Institutsgebäude aus den 1970er Jahren ein. So planten ksg das neue Lehrzentrum mit einer monolithischen Sichtbetonfertigteilfassade, die in ihrer Materialität Bezug zu den östlichen und westlichen Bestandsgebäuden nimmt. Der Bürobereich im südlichen Gebäudeeinschnitt erhielt hierzu kontrastierend eine vorgehängte, hinterlüftete Metallfassade. Als weiteres Gebäude auf dem Campus Lichtwiese planen und bauen kister scheithauer gross derzeit für die TU Darmstadt das Prüfstandsgebäude für Maschinenakustik, in direkter Nachbarschaft zum LZM.

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