Die jenawohnen GmbH errichtet im Eingangsbereich zum Stadtteil Lobeda-Ost einen Neubau, der Verwaltungsbereiche, medizinische Dienstleistungen sowie auf dem Dach gehobene exponierte Wohnnutzungen beherbergen soll. Auf Grund seiner Lage wird das multifunktionale Geschäfts- und Wohnhaus zum Bindeglied und zur Brücke zwischen Universitätsklinikum und Lobeda als Wohnstadtteil. Es vereint in sich Gesundheit, Wohnresort und Rückzugsort aus dem Alltag. „Ziel ist es, diese Reichhaltigkeit wahrnehmbar am und im Gebäude darzustellen: Die Einheit in der Vielfalt“, so wünschte es sich der Bauherr. In einem konkurrierenden Verfahren konnten sich kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (Köln/Leipzig) durchsetzen.

„Die Situation in Jena ist geprägt durch den Plan einer modernen Stadt, die mit großvolumigen Baukörpern eine fließende Stadtraumlandschaft darstellt. In diesem Kontext einer ‚suprematistischen‘ Moderne muss sich der Neubau als Solitär behaupten. Er darf in seiner Höhe ein bis zwei Geschosse über den Höhen von 35 m der liegenden Scheiben hinausragen, um sich als Zeichen der Vertikalität in den Stadtraum einzuschreiben“, erläutert Entwurfsverfasser Johannes Kister. Neben dieser Eigenständigkeit als Architekturobjekt waren auch die Bindungen und Verbindungen zum Ort maßgeblich für das architektonische Konzept; wie zum Beispiel der diagonale Bezug zu den Naturräumen, sei es der Park oder der Blick zur Lobdeburg mit der Bergkulisse. Es entsteht eine Gebäudeform, die Bezüge der Umgebung aufnimmt und zeitgleich - verstärkt durch die metallene Außenhaut - als neues Tor zum Stadtteil Lobeda-Ost wirkt. „Schräge Metallflächen spiegeln die städtebauliche Positionierung auch im Detail wider. Eine tektonische Struktur wird sichtbar, die auch die Nutzungen ablesbar werden lässt - aber dies innerhalb der gestalterischen Ordnung der Gesamtskulptur“, so Kister weiter.

Aufgrund der Topographie ist das Gebäude aufgeständert und macht einen Steg bzw. eine Fußgängerbrücke notwendig, welche die Eingangsebene erschließt und die Straße mit dem Park verbindet. Das Erdgeschoss auf Straßenebene ist großflächig aufteilbar und nimmt neben dem Café weitere öffentliche Dienstleistungen auf, die über die Eingangshalle oder direkt vom Steg erreichbar sind. Der Verwaltungsbereich beginnt im 1. Obergeschoss mit einem Empfang, welcher den Besuchern den Blick in das Atrium und den Park öffnet. Das Atrium ist Mittelpunkt, Foyer, Klimapuffer und räumliche Verbindung zwischen allen Ebenen. In den oberen drei Geschossen befinden sich Penthouse-Wohnungen mit insgesamt 650 m² Wohnfläche und zudem einem Lobdeburgblick in allen Wohnungen.

Die Fertigstellung der Verwaltungsflächen ist für September 2018, die des gesamten Gebäudes für März 2019 geplant. 

Zurück