Wenn die Vor- und Nachbereitungen für Polarstern-Expeditionen laufen, wird es in vielen Gebäuden des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) regelmäßig eng, denn die seit Jahren steigende Zahl von Mitarbeitern zwingt alle zum Zusammenrücken. So traf es sich gut, dass die FBG (Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH) neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände an der Klußmannstraße suchte. In einem Ausschreibungsverfahren wurde der Entwurf für ein neues Technikum gesucht, welches Büro- und Laborräume sowie Flächen für Werkstätten, Lagerung und Expeditionsvorbereitung beinhalten sollte. Durchgesetzt hat sich die Idee von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner aus Köln/Leipzig (ksg), die übrigens auch schon den 5. und 6. Bauabschnitt der Hochschule Bremerhaven realisiert haben.
„Dieses Projekt zu bearbeiten, freut uns besonders. Ein Bauwerk am Wasser und am Brückenkopf zur Stadt ist städtebaulich sehr verantwortungsvoll. Wir sind auch beeindruckt von den Funktionen, welche das Gebäude erfüllen muss und sind motiviert, es für die Mitarbeiter zu einem begehrten Arbeitsort werden zu lassen“, so Entwurfsverfasser Prof. Johannes Kister.

Der rund 60 Meter lange und 44 Meter breite Neubau entlang des Kanals und Yachthafens reagiert auf sein Umfeld mit klaren Raumkanten und einer langgestreckten, gefalteten Fassade, welche das bestehende Lagerhaus anbindet. „Wir wollten eine eher „abgeschlossene“ Präsenz des Institutes zur Wasserseite schaffen, die weitere Entwicklungen im Block offen lässt“, erläutert Kister. Die gläserne Fassade im Erdgeschoss lässt Einblicke in den Wissenschaftsbetrieb als „offene Werkstatt“ zu. Die Fassade ist in den geschlossenen Teilen mit dunkelbraunen Ziegeln verkleidet und bezieht sich auf die Materialität der Umgebung. Die unterschiedlichen Gebäudeteile bilden eine gestalterische Einheit, so dass das Institut als große Skulptur gelesen werden kann.

Und auch Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz ist begeistert: „Ich bin von dem Wettbewerbsergebnis für den Neubau des Technikums des AWI sehr überzeugt. Das Gebäude wird städtebaulich für die neue Struktur der Klußmannstraße ein außergewöhnliches Entrée sein.“

Mit dem Spatenstich rechnen die Verantwortlichen Anfang des Jahres 2018, mit der Fertigstellung im Jahr 2020.
 

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