Das Grundstück ‚Im Moore 11a‘ liegt an der Nahtstelle zwischen Nordstadt und Universität und hat eine für den Übergang von der Nordstadt zum Welfengarten bzw. zur Universität besondere städtebauliche Bedeutung. An dieser Schlüsselposition im Übergang vom Wohnquartier zum Universitätscampus soll der Neubau für die Lehrerbildung, genannt ‚Leibniz School of Education‘ (LSE) entstehen, welcher die derzeit an unterschiedlichen Standorten untergebrachten Einrichtungen und zwei der beteiligten Institute der Philosophischen Fakultät der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung in einem Gebäude zusammenfasst. Des Weiteren sind in dem Gebäude studentische Arbeitsplätze, ein Medienlabor für virtuelle Unterrichtshospitation, ein entsprechendes Angebot an Seminarräumen sowie ein neuer Hörsaal mit 250 Plätzen zu planen.

In einem nicht-offenen Wettbewerb konnten sich nun kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (ksg) aus Köln/Leipzig als Gewinner durchsetzen. Positiv bewertet wurde die „differenzierte Maßstäblichkeit und Höhenentwicklung der Kubatur“. Insgesamt würdigte das Preisgericht die „sehr sensible Einfügung des Gebäudes in den städtebaulichen Kontext, die hohe Freiraumqualität und gute innenräumliche Organisation“.

Entwurfsverfasser Johannes Kister erläutert den Entwurf: „Das Gebäude nimmt die orthogonale Geometrie in der Tiefe des Grundstücks auf, stellt sich aber als ‚Scheibe‘ ins Verhältnis zu dem bestehenden Otto-Klüsener-Haus. Beide Gebäude bilden so einen Platzraum, von dem aus auch das neue Seminargebäude erschlossen wird. Der Neubau vermittelt in seiner Kubatur beide Bautypologien und prägt gleichzeitig eine eigenständige Bildhaftigkeit aus, die wesentlich durch die dem Platz zugewandte ‚öffentliche‘ Nutzung in Form von Arbeitsplätzen und Seminarräumen gewonnen wird. Die tektonische Gliederung der Fassade führt dieses Konzept weiter. Stadtraum, Architektur und Funktionalität können im Zusammenspiel sowohl der Homogenität des Wohnquartiers Referenz erweisen, als auch in einer authentischen Gestaltung eines Wissenschaftsgebäudes den Campus eröffnen. Der rote Ziegel mit roter Verfugung verstärkt die skulpturale Plastizität und fügt sich ohne Anbiederung in den Straßenraum.“

Die Wettbewerbsergebnisse sind noch bis zum 4. August 2017 im Lichthof im Hauptgebäude der Universität (Welfenschloss), Welfengarten 1, 30167 Hannover, zu sehen.

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