Am Weinberg oberhalb der Saale gelegen zählt das Biologicum zu den ersten Neubauten am angestammten Campus der Martin-Luther-Universität. Im nördlichen Erweiterungsbereich direkt am Weinbergweg wurde der erste Bauabschnitt der insgesamt vier Biologischen Institute realisiert. Was auf den ersten Blick als strenger Monolith erscheint, erweist sich aus der Nähe als eine Komposition aus zwei symmetrischen Flügeln. Jeder Flügel nimmt gleichsam eines Bausteins ein Institut des ersten Bauabschnitts auf, während sie einen glasgedeckten Innenhof umschließen.

Von der gemeinsamen Erschließungszone gelangt man in das Atrium mit Wasserbecken und schwarzen Betonfußboden. Auch die hier im Erdgeschoß angesiedelten Praktikaräume werden mit schwarzen Sichtbetonwänden hervorgehoben. Die folgenden Geschoße der Gebäudeflügel sind mit hellen Schalholztafeln verkleidet, vor die sich eine durchlässige zweite Ebene aus Dachlatten setzt.

Außen zeigt sich das Gebäude mit zwei Gesichtern. Während die Straßenfassade aus großflächigen Fertigbetonplatten besteht, sind alle anderen Fassaden in hellem Backstein gehalten. Scharfkantig eingeschnittenen Lichtöffnungen mit dunkel gehaltenen Leibungen setzten sparsame, aber genaue Bezüge zum Außenraum und tragen zur Verankerung des Neubaus bei.

Bauherr: Land Sachsen-Anhalt vertreten durch das Staatshochbauamt Halle
BGF: 8.500 m²
Leistungszeit: 1996 - 2000
1. Preis Realisierungswettbewerb