Nach gerade 18 Monaten Bauzeit konnte im März 2016 als eines der ersten Gebäude am Platz des „Campus Hubland Nord“ das neue Technologie- und Gründerzentrum TGZ Würzburg eingeweiht werden. Im Inneren pragmatisch einfach, nach außen hin symmetrisch modular – der Bau von kister scheithauer gross in Arbeitsgemeinschaft mit TEN aus Aachen und IDK Kleinjohann aus Köln fällt nicht nur aufgrund seiner exponierten Lage auf.

Das TGZ bietet innovativen und technologieorientierten Unternehmensgründern ideale Standortbedingungen: Auf rund 2.200 m² können sie dort Büros in verschiedenen Größen mieten und profitieren von Räumen, Service, Beratung und Netzwerken. Gerade deshalb spielte die Flexibilität der Räume, die funktionellen Nutzungseinheiten und auch die Modularität der Fassade im Entwurf eine große Rolle. Nach einem VOF-Verfahren ging 2013 der Zuschlag an die Arge aus kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Ingenieurgemeinschaft TEN und IDK Kleinjohann GmbH & Co. KG.

Das Grundstück im neu entstehenden „Campus Hubland Nord“ hat eine exponierte Position als Eingangssituation zum Stadtteil und so ist das TGZ als eines der ersten Gebäude am Platz adressbildend für das gesamte Quartier. Der Entwurf von ksg sah ein L-förmiges Volumen aus Hauptgebäude mit Büro- und Schulungsräumen sowie einer 600 m² großen Werkhalle vor. An der südlichen Grundstücksgrenze schließt eine Mobilstation mit öffentlich zugänglichen Parkmöglichkeiten an. Zwischen der Mobilstation und der Werkhalle entsteht eine Plateauebene im Erdgeschoss, die im westlichen Teil eine große Freitreppe ausbildet und einen öffentlichen Platz generiert. Eine große Öffnung in der Plateauebene ermöglicht Durchblicke und die natürliche Belüftung der Parkplätze im Untergeschoss.

Im Inneren besticht eine einfache, pragmatische Grundrisstypologie, die wirtschaftlicher Optimierung und maximaler Flexibilität verpflichtet ist. Ein funktionaler, symmetrischer Erschließungskern ermöglicht maximale Flexibilität für die Nutzung der Geschosse. Mit Systemtrennwänden sind vielfältige Grundrissaufteilungen möglich. Ein über-Eck-verglaster Besprechungsraum erlaubt den Ausblick auf die Würzburger Stadtsilhouette.

Die modulare Fassade an Ost- und Westseite im 1,20-Meter-Raster besteht aus nach Süden geneigten, dunkel ausgeführten Metallelementen, die nachträglich mit Photovoltaik ergänzt werden können. Der gesamte Erdgeschossbereich wird als Sockel aus Faserzementplatten belegt und bindet so die vereinzelten Gebäudeteile von Werkhalle und Mobilstation gestalterisch zusammen. „Das TGZ ist ein wichtiger Baustein, der stadträumlich und gestalterisch mehr ist als einfach nur ein Innovations- und Gründerzentrum“, so Entwurfsverfasser Johannes Kister.

Arge aus kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH (ksg, Köln/Leipzig), der Ingenieurgemeinschaft TEN aus Aachen und IDK Kleinjohann GmbH & Co. KG, Köln
Bauherr: Technologie- und Gründerzentrum Würzburg
BGF: 5.143 m²
Leistungszeit: 2013 - 2015
Beauftragung nach VOF-Verfahren 2013