Farblos, dunkel, im 80er Jahre Stil gehalten, mit Leuchtstoffröhren und einem polygonalen Empfangstresen aus Holz – keine Seltenheit, wenn man heute in Deutschlands Arztpraxen schaut. Wie diese in moderne Räumlichkeiten umgebaut werden können, beweist die Interior Design Abteilung von ksg bei der Kardiologischen Praxis in Düsseldorf. Zudem noch bei laufendem Betrieb.

„Wir mussten einige Wände heraus reißen, neue Kabelkanäle legen und zum Teil auch neue Rohrleitungen“, erläutern die Innenarchitektinnen Maike Arndt und Dorothee Heidrich von ksg. „Damit der Praxisbetrieb trotz Umbau weiter laufen konnte, haben wir diesen in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Dies war zwar für die Ärzte und Mitarbeiter eine Herausforderung, aber es hat sich gelohnt.“

Anstatt des alten Tresens, der für Patienten aufgrund seiner polygenen Form von drei Seiten aus einsehbar war,  entwarfen ksg eine orangefarbige „Empfangsbox“, die dem gesamten Empfangsbereich mehr Übersichtlichkeit verleiht. Die Mitarbeiterinnen am Empfang hatten es sich gewünscht, zukünftig nebeneinander – statt über Eck – zu sitzen;  Arbeitsabläufe konnten dadurch optimiert werden.  Als positiven Nebeneffekt wurde durch die Box erreicht, dass die Patienten nur noch von der Frontseite an den Empfangstresen herantreten können. Ein seitliches Fenster erlaubt dennoch den Blick und die Kontrolle des Eingangsbereiches. Die Idee der Boxen zieht sich über den Wartebereich; hellblaue und orangefarbene Wände bieten Trennung und Struktur.

Ein weiteres grafisches Element sind die nach den Entwürfen der Innenarchitektinnen eigens für die Praxis realisierten Wandmotive im Stil einer asiatischen Tuschezeichnung. Passend zur Fachrichtung Kardiologie verbildlichen  diese eine freie Interpretation des Herzens. Hinzu kommen Designböden in Parkettoptik, eine angenehme Lichtstimmung, eine neue Teeküche, farbige Akzente in Arzt- und Behandlungsräumen und ein darauf abgestimmtes Mobiliar.

Bauherr: privat
Leistungszeit: 2013 - 2014
316 m² Praxisfläche